Während der Fachmesse „vivanti“ (regionale Ordertage Dortmund, 27. bis 29. Juni 2015) präsentiert Starfloristin Victoria Salomon vivanti-Forum die aktuellen Blumentrends der Saison. Hier schon mal ein kurzer Einblick.

Mehrweg-Pflanzgefäße und Refill-Blumenröhrchen, frühlingshafte Weihnachtsblüten und Riesenschoten, Buddha-Nuts und Hagebutten: „Trendfloristik wird nachhaltiger, natürlicher und fantasievoller“, weiß Starfloristin Victoria Salomon. Auf der vivanti in Dortmund (27. bis 29. Juni 2015) zeigt sie den Fachbesuchern, was ihnen im kommenden Herbst und Winter blüht – farbenfrohe Handwerkskunst mit grünem „Stempel“.

Ob Mode, Design oder Architektur: In allen Lebensbereichen, die mit Gestaltung zu tun haben, spürt man ein deutliches Bekenntnis zu Natur und Natürlichkeit. Das gilt erst recht für die Floristik. „Künftig werden immer mehr künstliche Elemente durch natürliche oder natürlich wirkende ersetzt“, erklärt Victoria Salomon. „An die Stelle von Metall, Porzellan oder glänzender Keramik treten getrommeltes Glas und Treibholz, Zapfen, Fruchtgehäuse, Perlmutt. Statt Bändern und Schleifen verwenden wir getrocknete Tillandsia-Fasern, filzige Wollkordeln oder Dochtfäden.“

Die mit zahlreichen Preisen und Titeln ausgezeichnete Floristin aus Halle an der Saale (Sachsen-Anhalt) bereichert das Rahmenprogramm der vivanti mit mehreren Workshops. Dabei stellt die ehemalige „Deutsche Blumenfee“ (2008 bis 2010) den Fachbesuchern nicht nur die floralen Trends der kommenden Herbst-Winter-Saison vor, sondern gibt auch praktische Tipps zur Gestaltung von Werkstücken sowie zum Marketing.

Weniger Exotik, mehr Heimat

„Der Herbst bleibt fruchtig und darf in Farben schwelgen“, kündigt die Expertin für das zweite Halbjahr an. „Neu ist, dass sich dazu auch Pastelltöne wie Rosa gesellen. Diese zarten Blüten stehlen den roten und orangefarbenen aber nicht die Show, sondern lassen sie im Gegenteil noch kräftiger leuchten.“ Die für die lichtärmere Jahreszeit typischen Rot- und Brauntöne würden effektvoll durch strahlendes Gelb verstärkt, das an trüben Tagen zugleich als Sonnenersatz und Lichtverstärker wirke.

Pflanzen und Accessoires aus fernen Klimazonen sind weiterhin gefragt, kommen jedoch zugunsten heimischer Produkte – wie kleine Äpfel oder Hagebutten – weniger zum Zuge. Das gilt auch in der Adventszeit. „Für traditionsbewusste Kunden beherrscht klassisches Weihnachtsstern-Rot und Tannengrün die Wintersaison, kombiniert mit gold- und kupferfarbenen Zweigen sowie Treibholz, Schoten, Zapfen“, meint die Fachfrau. „Wer es lieber nüchtern mag, wird sich an klar geformten Objekten in Weiß-Silber-Grün erfreuen. Für zarte Zwischentöne sorgen Frühblüher mit Keimen, Blättern, Knospen und Blüten – ein längst vergessener Brauch, der in vorchristlicher Zeit zum Fest der Wintersonnenwende gepflegt wurde.“

Sowohl im Herbst als auch im Winter gewinnt die „grüne“ Outdoor-Deko immer mehr an Bedeutung. „Die möglichst individuelle Gestaltung mit floristischen Werkstücken hat den unmittelbaren Wohnraum verlassen und dehnt sich über Eingangsbereich, Balkon oder Terrasse nach draußen aus. Als Grundgerüst für solche Außenobjekte dienen zum Beispiel kugel- oder fackelförmige Konstruktionen“, erläutert Victoria Salomon.

Lieblich oder cool?

Um erfolgreich zu verkaufen, seien aber nicht nur Trends gefragt, sondern ebenso ein konsumentengerechtes Marketing. „Ganz gleich, welche speziellen Objekte der Kunde bevorzugt – ausschlaggebend sind die Werte, die sie verkörpern“, sagt die Floristin. Im Wesentlichen sieht sie zwei großen Kundengruppen: „Die erste sind die Familienorientierten. Für sie dreht sich alles um die häusliche Gemeinschaft und ihr Zuhause. Sie schätzen Harmonie, Geborgenheit und geordnete Verhältnisse, haben einen engen Bezug zu den Jahreszeiten und pflegen familiäre Traditionen. Ihr Einrichtungsstil ist emotional, stimmungsvoll und dennoch funktional. Diese Kunden kaufen preisbewusst und achten auf Qualität.“

Die zweite Gruppe seien die Businessorientierten. „Um sich selbst zu verwirklichen, Karriere und Erfolg zu haben, sind sie flexibel, mobil und experimentierfreudig. Für Lifestyle und Genuss lassen sie sich von Trends und Kaufimpulsen leiten. Sie bevorzugen modernes, ausdrucksstarkes und wirkungsvolles Design, gern multikulti, gern extrovertiert, möglichst individuell und originell“, so Victoria Salomon.

Zu beiden Gruppen würden Kunden aller Jahrgänge gehören. Der Schwerpunkt liege bei den Familienorientierten jedoch zwischen 30 und 60 Jahren, während Businessorientierte vor allem im jungen Milieu zu finden seien, weiß die Expertin.

Einmal ist keinmal

Ein hochaktuelles Thema, das sich für Victoria Salomon Genre-übergreifend durch alle Bereiche zieht, ist die Nachhaltigkeit. „Wertvolle Ressourcen zu schonen, indem wir Dinge länger beziehungsweise mehrfach nutzen, spielt auch in der modernen Floristik eine wichtige Rolle. Verwende ich für meine Objekte Behältnisse oder Werkstücke, die der Kunde später flexibel nutzen kann, biete ich ihm einen attraktiven Mehrwert.“ Neben ökologischen wie ökonomischen Boni für gesparte Materialien und Kosten werde ihm zugleich Gelegenheit geboten, beim Wiederbestücken oder Neubepflanzen von Plastikröhrchen, Schalen, Töpfe, Kugeln oder „Fackeln“ selbst kreativ und handwerklich aktiv zu werden. Victoria Salomon: „Nicht zuletzt fördern solche Angebote ein gutes Vertrauensverhältnis zwischen Händler und Kunde.“

Infos zur Fachmesse „vivanti“:

Öffnungszeiten und Eintritt

Die vivanti findet vom 27. bis 29. Juni 2015 in den Westfalenhallen Dortmund statt. Geöffnet ist die Messe am Samstag/Sonntag von 9.00 bis 18.00 Uhr und am Montag von 9.00 bis 17.00 Uhr. Bei Registrierung als Fachbesucher ist der Eintritt kostenfrei.

 

Kategorien: Fachmessen

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