In der St. Laurentiuskirche in Havelberg stehen bis zum 9. Juni Bonsai im Blickpunkt. Es handelt sich um kleinwüchsige, edle Gehölze, Pflanzen mit ausdrucksstarkem Charakter, die über Jahre durch sorgfältige Schnittarbeit modelliert werden. In Verbindung mit dem sakralen Ausstellungsraum bieten sich den Besuchern beeindruckende Bilder.

Wer kennt sie nicht, die japanische Variante einer alten fernöstlichen Art der Gartenkunst: Bonsai genannt. Sträucher und Bäume, die in kleinen Gefäßen oder auch im Freiland zur Wuchsbegrenzung gezogen werden. Bonsai sind ästhetisch geformte Kunstwerke. Bonsai bedeutete zu Deutsch „Baum in der Schale“. Die japanische Tradition der Bonsaikultur ist Jahrhunderte alt.

Der Bonsai-Baum wird in einem Pflanzgefäß gezogen. Durch Kultivierung wird er klein gehalten und durch individuelle künstlerische Gestaltung in die gewünschte Wuchsform gebracht. Dies geschieht durch Formschnitt, Wurzelschnitt, Blattschnitt und Drahtung.

In der Havelberger St. Laurentiuskirche ist eine Vielfalt an Bonsai-Bäumen in verschiedenen Größen und Formen zu bewundern. Drei Austeller zeigen in einer einzigartigen Weise Bonsai an einheimischen und importierten Pflanzen.

Pekrul’s Baumschule

Kunstvoll geschnittene Kiefer, Eiche, Kastanie, Linde oder Buche der Firma Pekrul`s Baumschule aus Marzahne können die Besucher in verschiedenen Formen bewundern. Pekrul`s Baumschule erhielt den Ehrenpreis der Landwirtschaftskammer Niedersachsen für ein Sortiment von Bonsai-Schaupflanzen vor allem Aesculus hippocastanum in natürlichen Formen.

Volker Einbock

Bonsai-Spezialist Volker Einbock aus Hannover trägt den Titel „anerkannter Bonsai-Lehrer“ und bietet Workshops und Kurse an. Ein Bonsaigärtner muss sehr geduldig sein. Die Formung der kunstvollen Gehölze kann sich über die Jahre oder sogar über Familien-Generationen hinziehen. Zusammen mit seinem Bonsai-Schüler im 5. Jahr Wolfgang Kretzer zeigt er 32 einheimische, aber auch importierte Bonsai-Kreationen. Sechs Jahre dauert eine Ausbildung zum anerkannten Bonsai-Gestalter. Volker Einbock lebt sein Hobby hingebungsvoll. Zu jedem seiner Bäume führt er Tagebuch. Damit hat jede Kreation seinen eigenen Lebenslauf. Für ein breites Sortiment an Bonsais mit gelungenen Bonsai-Informationen für die Besucher erhielt Volker Einbock die Große Goldmedaille der Deutschen Bundesgartenschau Gesellschaft (DBG).

Marco Seidl

Für die Gestaltung der Ausstellung hat der Licht-und Gartendesigner Marco Seidl aus dem hessischen Ober-Wöllstadt die Anordnung der Elemente bis ins Detail geplant. Steine, Wasser, Kies und Pflanzen sind durch ihr dezentrales Arrangement optisch sehr reizvoll. Der Blick des Besuchers wird durch klare Strukturen gelenkt. Mit einem japanischen Garten, inkl. Teehaus, Brücke und Teich, erhält die Kirche einen beruhigenden Mittelpunkt.

Der Weg durch die Ausstellung endet mit einer von Pflanzen umgebenen Buddha-Figur vor dem Altar. Mit Wasser, Steinen und Pflanzen wird die Philosophie der traditionellen japanischen Gärten umgesetzt. Bei jedem Standortwechsel erhält der Besucher einen anderen wundervollen Blick auf die Ausstellungsstücke und Pflanzen. Marco Seidl erhielt die Große Goldmedaille der Deutschen Bundesgartenschau Gesellschaft DGB für eine hervorragende Gestaltung „Japanischer Gartenkunst“ und gelungener integrierter Bonsaiausstellung.

Für den Besucher gibt es nicht nur etwas fürs Auge. Viele Informationstafeln beschreiben die Gestaltung von Japanischen Gärten mit ihren Elementen. Die Eigenschaften und die Philosophie der Elemente werden genau beschrieben. Auch über die Drahtung, Wurzelschnitt und Formschnitt können die Besucher so Einiges erfahren.

 

Foto und Text: Jürgen Ohlwein für die DBG mbH

Kategorien: BUGA 2015 Havelregion

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